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Verschiedenes

 
Weiterhin keine Einigung über Glyphosat-Verlängerung
EU-Mitgliedsstaaten müssen der Nutzung von Glyphosat ein Ende setzen

Nachdem am 25. Oktober 2017 keine Einigung über die Zulassungsverlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat erzielt werden konnte und die Europäische Kommission nun einen Vorschlag vorgelegt hat, die Laufzeit der Zulassung von 10 auf 5 Jahre zu begrenzen, haben die Mitgliedsstaaten heute erneut abgestimmt: es wurde wieder keine Einigung erzielt.

Die Europäische Kommission hat indes schon verlauten lassen, dass sie dem Berufungsausschuss (ein Treffen der Regierungen auf höherer Ebene) am 27. November den gleichen, heute präsentierten Vorschlag zur Zulassungsverlängerung vorlegen wird. Die EU-Mitgliedsstaaten haben dann erneut die Möglichkeit die Zulassungsverlängerung von Glyphosat abzulehnen.

Angesichts dieser Tatsache fordert Slow Food weiterhin ein Glyphosat-Verbot. Die Kommission darf die Regierungen vieler EU-Länder und Bürger nicht länger ignorieren, die sie eigentlich vertreten sollten: bereits im Juli 2017 und erneut am 5. und 6. Oktober haben sich die Regierungen gegen eine Lizenzerneuerung um zehn Jahre ausgesprochen. Die heutige Abstimmung zeigt erneut einen starken Widerwillen seitens der Regierungen noch einmal eine Glyphosat-Zulassung zu bewilligen.

Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland zu den neusten Entwicklungen: "Wir sprechen hier über die Zukunft der Landwirtschaft, die Zukunft unserer täglichen Ernährung. Als Bürgerin Europas bin ich enttäuscht, dass die Mitgliedsstaaten heute wieder die Chance verpasst haben, sich geeint gegen Glyphosat auszusprechen. Diese fehlende Einigkeit gegen dieses Totalherbizid betrifft unsere Gesundheit und die Gesundheit der Menschen, die wir lieben. Glyphosat erneut zuzulassen würde bedeuten, dass Kinder weiterhin giftigen Chemikalien ausgesetzt sind, nicht nur in den Lebensmitteln und dem Trinkwasser, sondern auch in der Umwelt, in der sie leben und spielen. Deshalb müssen wir der Nutzung von Glyphosat ein Ende setzen, den agrarökologischen Landbau und umweltfreundliche Praktiken unterstützen sowie konventionellen Landwirten bei der Umstellung helfen".

Das Europäische Parlament hat bestätigt, dass die Organisatoren der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) "Stop Glyphosat" die Möglichkeit erhalten, die Bürgerinitiative (die 1.070.865 Unterschriften gesammelt hat) bei einer öffentlichen Anhörung am 20. November 2017 vorzustellen. Die Kommission soll ab diesem Datum innerhalb von drei Monaten, also bis zum 8. Januar 2018, in einer Mitteilung kundtun, welche rechtlichen und politischen Schlussfolgerungen sie aus der Bürgerinitiative zieht, welche Maßnahmen sie ergreifen will, falls dem so ist, und ihre Gründe für oder gegen die jeweiligen Maßnahmen ausführen. Bis heute ist es jedoch keiner EBI gelungen, ihre Ziele umzusetzen.

Slow Food wird sich weiterhin für ein Glyphosat-Verbot und die Förderung des agrarökologischen Landbaus einsetzen.

Hintergrundinformationen:

Der Entscheidung gingen wiederholte gescheiterte Versuche voran, im Ständigen Ausschuss und am 24. Juni 2016 auch im Berufungsausschuss eine qualifizierte Mehrheit zu erreichen. Beide Ausschüsse repräsentieren die Mitgliedsstaaten. Am 29. Juni 2016 weitete die Europäische Kommission die Zulassung von Glyphosat bis zur heutigen Entscheidung aus.

Glyphosat ist seit 1974 im Handel und wurde 2015 vom Internationalen Krebsforschungszentrum (IARC) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als 'vermutlich krebserregend für den Menschen' eingestuft. Zwei Monate nach Anhörung der Einschätzung vom IARC kam die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu einer gegenteiligen Schlussfolgerung: aus ihrer Sicht ist es unwahrscheinlich, dass Glyphosat 'ein Krebsrisiko für die Menschen darstellt'. Die EFSA stützte ihre Einschätzung jedoch auf einen EU-Bericht, der Analysen aus einer Studie von Monsanto kopierte und einfügte, wobei einige Seiten der Studie mit einem Antrag übereinstimmten, den Monsanto im Namen der Glyphosate Task Force (GTF) eingereicht hatte, einem von der Firma geführten Industrieverband.
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Zunehmendes Ärgernis: Immer mehr Hundekot-Beutel in Wald und Wiese
Seit einigen Jahren gibt es nicht nur in Südbaden eine schwer erklärbare "Modewelle". Einige Hundebesitzer packen den Kot ihrer Vierbeiner zwar vorschriftsgemäß in Beutel, doch entsorgt wird der dann nicht im Mülleimer, sondern in der Natur und "ziert" Waldränder und Wiesen. In Deutschland sind ca. acht Millionen Hunde gemeldet und das bedeutet etwa 16 Millionen Stinkehaufen pro Tag, also über 5800 Millionen Haufen im Jahr. Schätzungen zufolge werden mehr als 500 Millionen Beutel pro Jahr in Deutschland verwendet und ein Teil davon landet in der Natur.
Immer mehr dieser sehr dauerhaften und langlebigen Plastiktüten finden sich entlang der Wege. Es handelt sich erfreulicherweise (noch) um eine kleine Minderheit der Hundehalter, die so handeln, weil der Weg zum nächsten Abfallbehälter zu weit ist.

In Stadt, Dorf und in landwirtschaftlich genutzten Flächen sollten die Hinterlassenschaften der Hunde auf jeden Fall in den Abfallbehälter. Gelangt der Kunststoff samt Ausscheidungen übers Heu in den Futtertrog, ist die Gesundheit der Tiere in Gefahr. Im Wald ist im Not- und Zweifelsfall eine Handvoll Erde die bessere "Abdeckung", als die konservierende Verpackung in einer Plastiktüte.

Was diese "Tüten" für Gemeindearbeiter bedeuten, die mit einem Freischneider das öffentliche Grün pflegen, ist leicht vorstellbar. Das neue Müll-Phänomen passt leider gut in eine zunehmend egoistische Gesellschaft, in der viele Menschen davon ausgehen, dass irgendjemand "hinterherputzt".

In Deutschland wird intensiv diskutiert, wie der zunehmende Plastikmüll aus den Meeren entfernt werden kann. Wir sollten verhindern, dass der Müll seinen Weg ins Meer findet.


Nachtrag:

Was ist die vierte Steigerungsform von "dumm"?

dumm
dümmer
am dümmsten
Hundekotbeutel in den Wald werfen
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NABU-Statement zu ICCT-Spritverbrauchsstudie für Pkw
Miller: Messungen auf dem Prüfstand sind sinnlos / Emissionen müssen unter realen Fahrbedingungen ermittelt werden

Berlin – Eine heute von der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) vorgestellte Studie belegt die Abweichung des tatsächlichen Kraftstoffverbrauchs zwischen den Herstellerangaben und tatsächlichen Emissionen bei Neuwagen um durchschnittlich 42 Prozent. Dazu erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Die Spritverbrauchslüge der Autoindustrie wird immer offenkundiger. Noch nie war die Abweichung zwischen angegebenem und tatsächlichem Kraftstoffverbrauch so hoch wie heute. Klimaschutz findet bei neuen Pkw vor allem auf dem Papier statt. Prüfstandwerte sind zunehmend reine Phantasiewerte und damit sinnlos. Analog zu den Luftschadstoffemissionen brauchen wir auch für CO2 schnellstmöglich Emissionsmessungen im realen Fahrbetrieb.“

Die Ergebnisse der Studie müssten ein letzter Weckruf für die Europäische Kommission sein, mit dem für Mittwoch angekündigten Gesetzespaket zur künftigen Ausgestaltung der CO2-Grenzwerte für Pkw ein ambitioniertes Konzept zur tatsächlichen Emissionsminderung nach 2021 vorzulegen. Auch die künftige Bundesregierung müsse sich von der Rolle des reinen Erfüllungsgehilfen der Automobilindustrie emanzipieren und stattdessen eine Verkehrswende einleiten, die Mobilität und Klimaschutz in Einklang bringe. Die CO2-Grenzwertverordnung böte hier den effektivsten Hebel, um das nationale Treibhausgasminderungsziel von 42 Prozent im Verkehrssektor bis 2030 erreichen zu können. „Ein ambitionierter Grenzwert für das Jahr 2030, mit einem verbindlichen Zwischenziel für 2025 sowie einer Quote für Elektroautos sind unabdingbar“, so Miller. Darüber hinaus müssten bestehende Grenzwerte durch effektive Marktüberwachung sowie ein „Not-to-exceed-Limit“, also eine maximal zu tolerierende Abweichung im realen Fahrbetrieb, abgesichert werden.
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NABU Bundesvertreterversammlung tagte in Hannover
NABU fordert Kohle-Ausstiegsplan, Maßnahmen gegen Insektensterben und naturverträglichere Landwirtschaft

Hannover/Berlin – Der NABU hat die möglichen Koalitionspartner in Bund und Niedersachsen dazu aufgefordert, die Landwirtschaft deutlich nachhaltiger auszurichten und den Klimaschutz stärker voranzutreiben. Dazu müssten die Jamaika-Verhandler schnellstmöglich einen konkreten Ausstiegsplan aus der Kohle vorlegen, ein verbindliches Klimaschutzgesetz verabschieden und sich für eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik einsetzen. Dies forderten rund 270 NABU-Delegierte, die am Wochenende zur NABU-Bundesvertreterversammlung in Hannover zusammenkamen.

Mit Blick auf die beginnende Weltklimakonferenz in Bonn erwartet der NABU klare Bekenntnisse der Jamaika-Verhandler. „Deutschland hat seine Vorreiterrolle im Klimaschutz längst verloren. Das muss sich wieder ändern. Unsere dreckigsten Braunkohlekraftwerke müssen schnell vom Netz, spätestens bis 2020“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Deutschland brauche zudem ein Sofortprogramm 2020 für den Klimaschutz, das die Emissionen auch im Verkehr und an Gebäuden deutlich senke. Bislang habe sich der deutsche Klimaschutz zu stark auf den Energiesektor konzentriert. Nach wie vor hängt Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen massiv hinterher, der Ausstoß an Treibhausgasen stagniert auf hohem Niveau.

Für die Landwirtschaft forderten die NABU-Vertreter, die milliardenschweren EU-Subventionen so umzuschichten, dass Landwirte künftig stärker für ihre Leistungen für Natur und Artenvielfalt belohnt werden. „Angesichts der drohenden ökologischen Katastrophe des Insektensterbens sind alle Parteien gefordert, die Landwirtschaft wieder naturverträglicher auszurichten. Das Problem wurde zu lange verschlafen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Eine Studie hatte erst kürzlich nachgewiesen, dass in den vergangenen 27 Jahren die Biomasse von Fluginsekten in Nordwestdeutschland um mehr als 75 Prozent abgenommen hat. NABU-Untersuchungen zeigen zudem, dass auch Vögel massiv unter dem Insektensterben leiden: In nur zwölf Jahren verlor Deutschland 15 Prozent seiner Vogelbrutpaare – fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit Insekten.

Der NABU fordert daher, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Agrarräumen zu stoppen. Dazu sei ein grundlegendes Umsteuern in der Agrarpolitik notwendig, das Prinzip „Wachse oder weiche“ müsse beendet und Fördergelder stärker an den Naturschutz gekoppelt werden, etwa mithilfe eines neuen EU-Naturschutzfonds in Höhe von 15 Milliarden Euro. Auf Bundesebene müsse das Bundesprogramm Biologische Vielfalt auf 50 Millionen Euro erhöht und ein langfristiges bundesweites Insektenmonitoring aufgebaut werden. Zudem müsse der Einsatz von Pestiziden in Naturschutz- und Natura 2000-Gebieten generell verboten werden, ebenso im Haus- und Kleingartenbereich sowie auf kommunalen Flächen.

Der NABU-Landesvorsitzende, Dr. Holger Buschmann, verwies auf 70 Jahre erfolgreiche Naturschutzarbeit in Niedersachsen. Rund 95.000 NABU-Mitglieder setzen sich hier inzwischen für den Erhalt der Natur ein. In der Landespolitik sieht Dr. Buschmann jedoch Nachholbedarf und fordert von der künftigen Landesregierung mehr Geld für den Naturschutz. Deutschland und damit die für Naturschutz verantwortlichen Länder sähen derzeit mehreren EU-Vertragsverletzungsverfahren entgegen, da sowohl die Nitratgrenzwerte im Grundwasser überschritten werden als auch das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 nicht rechtzeitig umgesetzt wurde. „Viele der betroffenen Arten und Lebensräume befinden sich im freien Fall. Um den EU-Vertragsverletzungsverfahren entgegenzuwirken und wieder eine positive Entwicklung für unsere Natur und damit unsere Lebensgrundlage einzuläuten, muss die neue Landesregierung den Naturschutz-Anteil im Landeshaushalt dringend aufstocken“, so Dr. Buschmann. Der Anteil solle von derzeit 0,25 Prozent auf zunächst 0,5 und schrittweise auf ein Prozent steigen.

An alle Landesregierungen richten die Delegierten die Aufforderung, ihre Anstrengungen gegen Umweltkriminalität zu verstärken. Nach wie vor werden zahlreiche streng geschützte Arten wie Wolf, Luchs oder Greifvögel in Deutschland illegal getötet. Allein 2016 wurden über 1.000 Fälle von Greifvogelverfolgung gemeldet. Ein besonders prominenter Fall ereignete sich unlängst in Niedersachsen, als im Landkreis Stade ein weiblicher Seeadler erschossen im Nest gefunden wurde. Der NABU forderte die zuständigen Landesbehörden auf, Stellen für Umweltkriminalität einzurichten und Täter konsequenter zu ermitteln.

Die NABU-Bundesvertreterversammlung tagte am 4. und 5. November in Hannover.
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Ein Jahr Freiburg-Cup – das Pilotprojekt ist erfolgreich
Viele Städte kopieren mittlerweile das Freiburger Modell

Der Freiburg-Cup hat viel bewegt. Ein Jahr nach der Vorstellung des Kaffee-Pfandbechers in Freiburg zieht die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) gemeinsam mit der Stadtverwaltung eine positive Bilanz.

Das Freiburger Pilotprojekt fand im letzten Jahr bundesweit enorm Beachtung. Freiburg war die erste deutsche Großstadt, die mit einem Pfandbecher für Coffee-To-Go den Kampf gegen die Flut von Einwegverpackungen aufnahm. Das Prinzip ist denkbar einfach, die Kunden zahlen einen Euro Pfand für den Becher, können ihren Kaffee genießen und danach den gebrauchten Becher zurückgeben.

Bei seiner Vorstellung im November 2016 löste der FreiburgCup ein beachtliches Medieninteresse aus: Lokale und überregionale Zeitungen, Zeitschriften sowie viele Fernsehsender und Radios berichteten in den vergangenen Monaten über den städtischen Mehrwegbecher mit seinen Freiburg-Motiven. Viele Städte, Universitäten oder private Firmen interessierten sich für das ungewöhnliche Pfandsystem.

Nach nur vier Wochen beteiligten sich bereits 44 Geschäfte an der Aktion. Inzwischen bieten 100 Geschäfte in der Innenstadt den Freiburg-Cup an, rund 26.000 spülmaschinenfeste Pfandbecher hat die ASF ausgeliefert. Vertreten sind vor allem Bäckereien, Eiscafés und Caféterien in zentralen Universitätsgebäuden. Außerhalb der Freiburger Innenstadt ist der Pfandbecher bereits im Stühlinger, in der Wiehre, in Cafés in Herdern und im Uni-Klinikum zu bekommen.

Geschäfte, die den Freiburg-Cup anbieten, sind an einem grünen Aufkleber im Schaufenster zu erkennen. Für zusätzliche Informationen hat die ASF die Webseite www.freiburgcup.de und einen digitalen Stadtplan eingerichtet, in dem alle beteiligten Kaffeegeschäfte aufgelistet sind. Seit September ist die zweite Generation von Freiburg-Cups mit einem QR-Code bedruckt, der die Konsumenten auf die Webseite leitet.

Die Nachfrage nach dem Freiburger Pfandbecher ist vor allem in den Caféterien von Uni- und Hochschulgebäuden groß. Aber auch viele Besucherinnen und Besucher greifen gerne nach dem Mehrwegbecher und nehmen ihn als preiswertes Souvenir mit nach Hause, die „Mitnehmrate“ liegt bei etwa 15 Prozent. Diese Becher gehen dem Rückgabesystem verloren und müssen ersetzt werden.

„Unser Pilotprojekt hier in der Stadt ist ein großer Erfolg und wir bauen es kontinuierlich aus. Bundesweit haben viele Städte inzwischen das Freiburger Modell übernommen. Das bestätigt uns, dass wir mit dieser Idee der Abfallvermeidung durch den Freiburg-Cup auf dem richtigen Weg sind“, so Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik.

Im Sommer untersuchten Studierende der Freiburger Fakultät für Umweltwissenschaften den Pfandbecher und bewerteten ihn insgesamt als eine sinnvolle Initiative mit Verbesserungspotenzial. „Die Verbesserungsvorschläge der Studie nahmen wir gerne auf und haben uns mit den Autoren des Berichts intensiv über das System ausgetauscht“, erklärt Michael Broglin, Geschäftsführer der ASF.

Auch nicht nur für die Medien, auch für die Praxis ist der Freiburg-Cup ein Thema. Da die Sauberkeit vieler Städte unter der Lawine von Einwegbechern leidet, interessierten sich auch zahlreiche kommunale Entsorgungsbetriebe für das Freiburger Modell. Vertreter aus Köln, Hannover und Nürnberg waren vor Ort, um sich über die Mehrwegkampagne zu informieren, in Heilbronn, Friedrichshafen, München und Bielefeld entstanden ähnliche Konzepte zur Vermeidung unnötiger Verpackungen. Das Pilotprojekt Freiburg-Cup rundet das städtische Mehrwegkonzept erfolgreich ab. Die Freiburger Abfallwirtschaft wird den Mehrwegbecher weiter entwickeln, das Netz der Ausgabestellen verdichten und mit gezielter Werbung das Interesse an diesem innovativen System fördern.
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„Weichen stellen für eine klimaneutrale Kommune“
Ab sofort ist eine neue Broschüre zu den Projekten aus dem Freiburger Klimaschutzfonds unter www.freiburg.de/klimaschutz abrufbar

„Weichen stellen für eine klimaneutrale Kommune“ ist der Titel einer neuen städtischen Publikation. Unter www.freiburg.de/klimaschutz sind ab sofort eine Übersicht aller Projekte zu finden, die aus den Mitteln der Konzessionsabgabe finanziert wurden.

Mit dem Beschluss des Gemeinderates, Mittel aus der Konzessionsabgabe für zusätzliche Klimaschutzprojekte zu verwenden, hat Freiburg ein deutliches Zeichen gesetzt. Seit 2008 fließen zehn Prozent der Gelder aus der Konzessionsabgabe in verschiedenste Projekte, seit 2014 sind sogar 25 Prozent der Mittel für den Klimaschutz reserviert. Diese Vorhaben werden zusätzlich zu jenen Klimaschutzprojekten realisiert, die mit regulären Haushaltsmitteln finanziert werden. Rund drei Millionen Euro jährlich kann die Stadt somit zusätzlich einsetzen, um auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune bis 2050 beispielhaft voran zu gehen.

„Wir freuen uns sehr, dass die Stadt Freiburg mit den Mitteln aus der Konzessionsabgabe über solch ein starkes Instrument verfügt, um im Klimaschutz neue Wege zu beschreiten und mit gutem Beispiel voran zu gehen. Darauf kann die Stadt zu Recht stolz sein“, so Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik.

Die Verwendung der Mittel erfolgt dabei zielgerichtet für Gebäude, Energieversorgung, Industrie, Handel und Gewerbe sowie den Verkehr. Neben den regulären städtischen Haushaltsmitteln ermöglichen die Gelder aus der Konzessionsabgabe, Klimaschutzprojekte schneller und umfangreicher zu realisieren.

In der Broschüre werden konkrete Investitionsvorhaben, wie beispielsweise Blockheizkraftwerke oder Solarstromanlagen für städtische Gebäude erläutert. Hinzu kommen Informations- und Förderprojekte für Betriebe und für die Bürgerinnen und Bürger, wie das Förderprogramm „Energiebewusst sanieren“ oder die Fortführung der Aktion „Kühlschranktausch“. Die Publikation bietet darüber hinaus auch einen Überblick über die geplanten Vorhaben.
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NABU: Die Welt schaut beim Klimaschutz auf Deutschland
Tschimpke: Kohleausstieg im Koalitionsvertrag verankern

Berlin/Bonn – Der NABU wird die Verhandlungen zur Weltklimakonferenz in Bonn (6.-17. November) vor Ort begleiten. Oberstes Ziel der Konferenz muss es sein, die Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens in konkrete Umsetzungspläne zu überführen. Weiterhin muss in Bonn bereits die kommende COP 24 2018 in Polen vorbereitet werden. Zentral sind dabei klare und verbindliche Regeln für die globale Treibhausgasinventur im kommenden Jahr in Polen. Denn das ist die Grundlage dafür, dass die Anstrengungen, Emissionen zu mindern, in allen Staaten deutlich gesteigert wird.

Keine siebzig Kilometer Luftlinie vom Verhandlungsort entfernt liegt das Rheinische Braunkohlerevier, mit einigen der größten und dreckigsten Braunkohlekraftwerken Europas. Die jüngsten Zahlen vom Bundesumweltministerium zu den Emissionsminderungen bis 2020 sprechen eine klare Sprache: Der Treibhausgasausstoß in Deutschland stagniert und das Ziel, gegenüber 1990 im Jahr 2020 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen, ist nicht mehr zu erreichen, wenn nicht unmittelbar strengere Maßnahmen erfolgen. Ganz konkret heißt das bereits für die Sondierungsgespräche zu einer Jamaika-Koalition, dass der Kohleausstieg eingeleitet und bereits vor dem Jahr 2020 die schmutzigsten und dreckigsten Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen müssen.

„Klimaschutz braucht einen prominenten Platz im Koalitionsvertrag – um die selbstgestecken Klimaziele zu erreichen und die internationale Blamage abzuwenden“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Die auf internationalem Parkett oft beschworene Klimakanzlerin muss jetzt auch endlich national zeigen, ob der Titel gerechtfertigt ist und sich im Koalitionsgerangel mit dem Kohleausstieg durchsetzen“, so Tschimpke.

Wenn sich die USA als einer der größten Luftverschmutzer aktuell unter Präsident Trump weigert, der Verantwortung im globalen Klimaschutz nachzukommen, wird die Zusammenarbeit der anderen Länder bei der Reduktion von Treibhausgasen umso wichtiger. „In Bonn geht es darum, das Paris-Abkommen so konkret auszugestalten, dass die Staaten weltweit tatsächlich wirksame Maßnahmen umsetzen. Nur so können wir hoffen, das Ziel – die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, besser noch auf 1,5°C zu begrenzen – zu erreichen“, so NABU-Klimaexperte Sebastian Scholz.

Der NABU wird die Verhandlungen, gemeinsam mit seinem Dachverband BirdLife International, in Bonn begleiten.
 
 

 
ÖKO-TEST-Magazin November 2017
Die November-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins gibt es seit dem
26. Oktober 2017 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Aus dem Inhalt

Test: Rapsöle
Rapsöl ist das beliebteste Pflanzenöl der Deutschen. Aber ist es auch so gut wie sein Ruf? ÖKO-TEST hat native, raffinierte und gedämpfte Rapsöle im Labor untersuchen lassen. Es zeigte sich, dass die nativen Produkte im Schnitt schlechter abschneiden als die raffinierten. Das liegt an der vergleichsweise hohen Schadstoffbelastung. Auch bei der Sensorikprüfung konnten nicht alle Öle mit ihrem Geschmack und Geruch überzeugen.

Test: Chicken Nuggets
Von Chicken Nuggets sollte man lieber die Finger lassen. Gründe gibt es viele: So fand das Labor beispielsweise in drei Proben Keime, gegen die einige Antibiotika nicht mehr wirken. Die Ursache liegt darin, dass die Tiere durch die katastrophalen Haltungsbedingungen krank werden und Antibiotika verabreicht bekommen. Aber auch die Panade der Chicken Nuggets hat es in sich: Sie enthält teilweise Schadstoffe wie Mineralölrückstände, aber auch zu viel Salz, Glutamat und Aromen.

Test: Tampons und Menstruationstassen
Relativ neu am Markt sind die Menstruationstassen. Was ist von diesen zu halten? Dieser Frage ist
ÖKO-TEST nachgegangen und wollte zudem wissen, welche Qualität Tampons haben. Das Ergebnis ist sehr positiv. Es gibt aber auch eine Ausnahme: In einer Menstruationstasse fand das Labor Benzophenon, das als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft wird.

Test: Rückentrainingsbücher
Die schmucken Bücher mit bunten Bildern für das Rückentraining zu Hause erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Mit Titeln wie „Das 5-Minuten-Rückentraining“ und „In 8 Wochen stark und schmerzfrei“ buhlen sie um Leser. ÖKO-TEST stieß jedoch auf erstaunliche Schwächen. Viele geben etwa kaum Hinweise, worauf zu achten ist, damit die Übungen die gewünschte Wirkung erzielen.

Test: Stabmixer
Pürierstäbe sind die quirligen Geschwister der Standmixer. Ob sie ihre Arbeit aber auch sicher und
zuverlässig verrichten, wollte ÖKO-TEST herausfinden. Die Hälfte der getesteten Geräte erfüllt ihre Aufgabe. Die anderen fallen aufgrund schlechter Ergebnisse in der Praxisprüfung, bedenklicher Inhaltsstoffe oder umweltschädlicher Materialien auf. Bei einem Gerät reichte es im Praxistest beispielsweise nur zu brockigem Babybrei, stückiger Gemüsesuppe und ganzen Pinienkernen im Pesto. Und auch im Dauertest machten zwei schlapp.

Test: Schnurlostelefone
Während die Ausstattung, Bedienbarkeit und Akustik der DECT-Telefone überzeugte, bekommen alle Geräte im Test Punktabzug beim Thema Strahlung. Alle Telefone im Test senden mit gepulster, hochfrequenter Strahlung in Größenordnungen, die stark erhöhte Spitzenwerte direkt am Ohr
erwarten lassen. Die gesundheitlichen Wirkungen dieser Art von Elektrosmog sind nicht hinreichend geklärt.

Test: Autoversicherungen
Bis zum 30. November können die meisten Autofahrer ihren Kfz-Versicherungsvertrag regulär kündigen. Dabei können sie in der Regel eine Menge sparen, wenn sie von einem teuren zu einem günstigen Anbieter wechseln. ÖKO-TEST hat jetzt die Angebote fast aller Kfz-Versicherungen unter die Lupe genommen. In allen Modellfällen liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif deutlich über 500 Euro bis fast 900 Euro.

Test: fondgebundene Rentenversicherungen
Fondsgebundene Rentenversicherungen werden immer beliebter für die Altersvorsorge. Doch bei den Kosten wird oft getrickst, dass sich die Balken biegen. So geht ein großer Teil der Rendite für Kosten drauf. Wer sich als Vorsorgesparer auf eine garantierte Monatsrente verlässt, dem sind im Alter sogar nur Verluste sicher. ÖKO-TEST zeigt, worauf Vorsorgesparer achten müssen.

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Diesmal im Heft: Extra gesunder Rücken

Behauptungen, Mythen und Gerüchte: Der Wahrheit auf der Spur
Über Rückenleiden wird zwar viel geforscht, geschrieben und geredet. Trotzdem halten sich manche Mythen hartnäckig. ÖKO-TEST geht sieben Behauptungen wie „Bei Schmerzen helfen Massagen“ oder „Ohne Operation geht es in den meisten Fällen nicht“ näher auf den Grund.

Den Rücken stärken: Patentrezept Bewegung
Sport stärkt die Muskeln, hält die Gelenke beweglich, entspannt und macht Spaß. Damit tut er nicht nur dem Rücken, sondern auch der Seele gut. Beinahe ist es egal, für welche Sportart man sich entscheidet. Hauptsache, man kommt in Bewegung.

Rückenfreundlicher Alltag: Mit Rück(en)sicht
Monotone Bewegungsabläufe, ungünstige Haltung oder langes Sitzen – es sind viele kleine Dinge im Alltag, bei denen der Rücken irgendwann auf sich aufmerksam macht. ÖKO-TEST zeigt, wie es besser geht und welche Hilfsmittel den Rücken entlasten.

Schäden im Kindesalter: Haltung bewahren
Stundenlang zu sitzen gehört schon zum Alltag vieler Schulkinder. Ohne sportlichen Ausgleich können sich Haltungsschäden entwickeln, die spätestens im Erwachsenenalter zu Schmerzen und Problemen führen. Gezieltes Training kann Besserung bringen.

Fit trotz PC-Arbeit: Einstellungssache
Stundenlanger Stand-by-Modus vorm PC sorgt für schmerzhafte Verspannungen an Rücken, Nacken und Schulter. Ein paar Tricks können schnell in den Aktivmodus helfen.

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Und außerdem:

Schwieriger Rollentausch: Wenn Eltern alt werden
Die Kinder sind groß, doch nun erfordert oft ein anderer Familienteil Zuwendung: Wenn die Eltern sich selbst nicht mehr versorgen können, geht es nicht nur um häusliche oder Heimbetreuung und die Kosten eines Pflegeplatzes – sondern auch um eine neue, oft nicht unproblematische Beziehung.
 
 



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