oekoplus - Freiburg
Dienstag, 23. Dezember 2014
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr

Guten Morgen liebe Besucher unserer Webseite!
 
In Ergänzung unserer Webseite gruenequellen.de veröffentlichen wir hier regelmäßig aktuelle Informationen und Pressemitteilungen über alle möglichen ökologischen Themen für Freiburg und Umgebung.
 
Wir laden jeden Besucher ein, weitere Tipps und Informationen mit unserem kostenlosen ProlixLetter zu abonnieren: Bestellung auf der Webseite www.prolixletter.de in der rechten Spalte oben.
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu dieser Webseite haben, nehmen Sie bitte per eMail mit uns Kontakt auf. Wir sind offen und für jeden Hinweis dankbar!
Viel Spaß auf unseren Seiten wünscht Ihnen
 
 
Ihre Prolix Redaktion



	 Buchtipp: Irene Schumacher
 
Buchtipp: Irene Schumacher "Feste Feiern"
Ermutigt durch den Erfolg des Buches "Kleine Köstlichkeiten" bringt eine internationale Frauengruppe mit dem Lavori Verlag Freiburg ein weiteres interkulturelles Kochbuch heraus. Über 60 Freiburgerinnen aus aller Welt haben sich beteiligt.

Inhalt des Buches: Speisen und Gebräuche für internationale Feste, Frauen aus aller Welt erzählen von sich und dem Hintergrund ihrer Rezepte. Lyrische Texte und Gedichte sowie nützliche Adressen für Neu-Freiburgerinnen

Lavori Verlag 2014, 116 Seiten, EUR 12,80
ISBN 978-3-935737-61-6
Mehr
 

 
EU-Kommission sendet mit Arbeitsprogramm 2015 falsches Signal
Kurzsichtige Entscheidung gegen Umwelt und Gesundheit

Der NABU hat die Entscheidung der EU-Kommission zu ihrem Arbeitsprogramm für das Jahr 2015 scharf verurteilt. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und sein oberster Vizepräsident Frans Timmermans haben sich mit ihrer Forderung durchgesetzt, das bereits weitgehend ausgearbeitete Gesetzespaket zur Kreislaufwirtschaft zunächst zurückzuziehen. Auch die Zukunft der Vorschläge zur Verbesserung der Luftqualität bleibt in der Kommissionsvorlage, die am heutigen Mittwoch von den Umweltministern der Mitgliedstaaten beraten werden muss, unklar.

„Mit diesem Vorschlag haben Juncker und Timmermans alle Befürchtungen der vergangenen Monate bestätigt und sich zugunsten einer kurzsichtigen Wachstumsideologie gegen Fortschritte zum Schutz der Umwelt, der Ressourcen und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger der EU entschieden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Da die Entscheidung Junckers und Timmermans entgegen den Forderungen der Zivilgesellschaft, des Europäischen Parlamentes, der Umweltminister der Mitgliedstaaten, der Industrie und dem Vernehmen nach auch gegen das Votum ihrer Fachkommissare gefallen sei, lasse dies auch Junckers Versprechen im Europawahlkampf und bei seiner Zustimmung im Europäischen Parlament zweifeln. „Juncker hat im Wahlkampf mehr Demokratie und mehr Transparenz versprochen. Am 22. Oktober hat er dem Parlament zugesagt, für eine nachhaltige Entwicklung einzutreten und diese im Arbeitsauftrag für Timmermans verankert. Glaubwürdigkeit sieht anders aus“, so Miller.

Da beide Gesetzespakete weitgehend ausgereift sowie mit Parlament und Rat ausgehandelt seien, widerspreche die Entscheidung auch Zusagen der neuen EU-Kommission, Bürokratie abzubauen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. „Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Diskussion zur Kreislaufwirtschaft jetzt wieder auf Anfang gestellt wird“, so NABU-Europadirektor Claus Mayr in Brüssel. Timmermans hatte seine Entscheidung gestern vor dem Parlament in Straßburg damit verteidigt, er wolle im nächsten Jahr ein umfassenderes und ambitionierteres („broader and more ambitious“) Gesetzespaket vorlegen.

Auch die Ungewissheit der Zukunft des Paketes zur Luftqualität ist für den NABU nicht akzeptabel. „Mehr als 400.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr, wie von der Europäischen Umweltagentur geschätzt, sollten eigentlich genügend Anlass zu schnellem Handeln sein“, so Mayr.

Der NABU forderte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und ihre Kollegen aus den anderen Mitgliedstaaten auf, bei ihrer heutigen Sitzung die Vorschläge der EU-Kommission deutlich zurückzuweisen. „Wenn die Umweltminister und das Parlament Timmermans Kahlschlag nicht stoppen, wird dies das Vertrauen der Bürger in die EU tief erschüttern. Nach allen Umfragen genießt vor allem die Umweltpolitik der Europäischen Union eine hohe Wertschätzung der Bürgerinnen und Bürger“, so Miller.
Mehr
 


 
NABU zur COP20
Viel Vertrauen verspielt und noch mehr Baustellen für die Staatengemeinschaft

Lima war eine Klimakonferenz der verpassten Chancen - Es bleibt ein dorniger Weg bis Paris

Mit Blick auf das Ergebnis der Klimakonferenz in Lima kommentiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „In Lima hat die Staatengemeinschaft unzählige Chancen ungenutzt liegen lassen. Nach einem positiven Auftakt steht am Ende ein zäh ausgehandeltes, schwaches Papier. Besonders schwach und ungenügend sind die Anforderung ausgefallen, die die Länder hinsichtlich Transparenz und Vergleichbarkeit der nationalen Reduktionsziele erfüllen müssen. Der Weg nach Paris ist damit nicht leichter geworden. Allen großen Worten zum Trotz, wie wichtig Klimaschutz zur Abwendung einer globalen Katastrophe sei, sind in Lima Rahmenbedingungen vereinbart worden, die dazu führen werden, dass das 2-Grad-Ziel deutlich verfehlt wird.“

Und weiter: „Immerhin eine gute Nachricht nehmen wir aus Lima mit: Der Green Climate Funds hat die Schwelle von zehn Milliarden US-Dollar erreicht. Besonders positiv ist das auch, weil sogar Entwicklungsländer in den Fonds eingezahlt haben. Allerdings reicht diese Summe bei Weitem nicht aus, um die Anpassungen an den Klimawandel auch tatsächlich zu finanzieren. Daher ist die Bundesregierung gefragt: Als G7-Präsident muss sie im kommenden Jahr unbedingt einen Fahrplan für die Auffüllung des Fonds vorantreiben. Außerdem hat Lima eine weitere Schwierigkeit offengelegt: Die Verhandlungen haben, vor allem zum Ende hin, gezeigt, wie viel Vertrauen unter den Staaten verloren gegangen ist. Und wie wenig kompromissbereit einige Länder sind. Daher sind jetzt Deutschland und alle anderen Industrienationen gefragt, ein Zeichen zu setzen. Sie müssen den Entwicklungsländern zeigen, dass sie uns in der Frage der Finanzierung vertrauen können. Nur mit einer vertrauensvollen Basis und Kompromissbereitschaft können wir hoffentlich schon bald die historische Unterscheidung zwischen Entwicklungs- und Industrieländern ad acta legen. Das ist dringend notwendig, wenn wir 2015 ein starkes Klimaschutzabkommen in Paris wollen.“
Mehr
 

 
Dialogforum zur Abgasreduktion bei Schiffen
Starke Allianz im Kampf gegen Luftschadstoffe nötig

Der NABU und die Logistik-Initiative Hamburg setzten heute den Startschuss zur „Maritimen Abgasrunde“ in Hamburg mit dem Ziel, die Luftschadstoffemissionen aus der Schifffahrt und dem Hafen deutlich zu reduzieren. Auch wenn Logistik-Initiative Hamburg und NABU nicht in allen Punkten gleicher Meinung sind, gibt dieses Forum Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Umweltverbänden die Grundlage, sich zukünftig regelmäßig über technische und regulatorische Möglichkeiten auszutauschen, um die Luftschadstoffbelastung auf ökologisch und ökonomisch nachhaltige Weise zu verringern.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Im Kampf gegen das Luftschadstoffproblem ist eine starke Allianz nötig. Mit der ‚Maritimen Abgasrunde‘ möchten wir ein Forum schaffen, das alle Beteiligten an einen Tisch holt. Unser Ziel ist es, umweltfreundlichen Technologien schnell zum Durchbruch zu verhelfen und verschiedene Ansätze auch kritisch zu hinterfragen.“

Schiffe emittieren aufgrund des eingesetzten Kraftstoffs und fehlender Abgastechnik große Mengen Luftschadstoffe, die sowohl die menschliche Gesundheit als auch Umwelt und Klima massiv belasten. Ab Januar 2015 gelten in den Emissionskontrollgebieten (SECA) in Nord- und Ostsee neue Grenzwerte für den Schwefelgehalt im Treibstoff. Der NABU und namhafte Unternehmen kritisieren in diesem Zusammenhang jedoch unzureichende Kontrollen und Sanktionsmöglichkeiten, aus denen denjenigen Wettbewerbsnachteile erwachsen, die sich an die verschärften Umweltstandards halten.

Carmen Schmidt, Geschäftsführerin der Logistik-Initiative Hamburg: „Der Transport von Gütern per Schiff ist noch immer der effizienteste im Vergleich zu allen anderen Verkehrsträgern. Nichtsdestotrotz ist es unseren Mitgliedern wichtig, negative Umweltauswirkungen, die durch den Seetransport entstehen, zu reduzieren. Unser Engagement in der Maritimen Abgasrunde möchten wir daher auch als Ausdruck der Vorreiterrolle Hamburgs im Bereich nachhaltige Logistik verstanden wissen. Darüber hinaus befürworten wir Investitionen in alternative Antriebe, wie beispielsweise LNG. Der Dialog mit der NABU ist aus unserer Sicht unbedingt sinnvoll, um zu einvernehmlichen, realistischen Lösungen zu kommen.“ Derzeit bestehe eine große Unsicherheiten bezüglich neuer Regularien und ihrer Auswirkungen auf regionalen und intermodalen Wettbewerb.

Der Vorsitzende des NABU Landesverbands Hamburg, Alexander Porschke, bekräftigte die Bedeutung und Verantwortung der maritimen Wirtschaft für Hamburg: „Dass der Hamburger Hafen eine ökologische Vorreiterrolle in der Welt anstrebt, begrüßen wir. Deswegen muss er aber mehr unternehmen, um beispielsweise die rund 40 Prozent Stickoxidemissionen zu minimieren, die laut Luftreinhalteplan allein der Seeschifffahrt zuzuordnen sind. Es ist unbestritten, dass die Hansestadt zu wenig im Kampf gegen Luftverschmutzung tut.“ Alle beteiligten Akteure seien aber letztlich gefordert, den Schadstoffausstoß im Hafen in den Griff zu bekommen.

Aber die Hansestadt geht in einigen Bereichen auch bereits voran. "Zum Beispiel wurde im Oktober im Hamburger Hafen das weltweit erste schwimmende Kraftwerk zur umweltfreundlichen Stromversorgung anliegender Kreuzfahrtschiffe, eine LNG Hybrid Barge, getauft. Hamburg ist willens und auf dem Weg, eine Vorreiterrolle zu übernehmen", sagt Werner Gliem, Sprecher der Geschäftsführung der Logistik-Initiative Hamburg.
 
 


NABU: Wie oft werden Amsel und Grünfink gesichtet?
Amsel / Foto: Frank Derer
 
NABU: Wie oft werden Amsel und Grünfink gesichtet?
Bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 9. bis 11. Januar 2015

Vom 9. bis 11. Januar 2015 findet zum fünften Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen 2015 Amsel und Grünfink – und die Frage, ob beide Arten wie in den letzten Jahren weiter abnehmen.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 19. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 10. und 11. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2014 beteiligten sich über 76.000 Menschen. Mehr als 1,9 Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten wurden gemeldet. Der Hausperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Kohlmeise Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Nun erhoffen sich der NABU und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), auch 2015 wieder eine rege Beteiligung. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse.
Mehr
 

 
Gebäudesanierung: Ei des Kolumbus gefunden?
„Das geht nur mit BHKWs“ ist wohl der häufigste Satz des Abends. Norbert Hauka von der Hauka Hausverwaltung GmbH in Minden (www.hauka-haus.de) fand den richtigen Ton, um seine Zuhörer auf dem Fachinformationsseminar für Verwalter, das Ende November im Rahmen des Freiburger Förderprogrammes Kraftwerk Wiehre stattfand, aufhorchen zu lassen.
Kann die Gebäudesanierung endlich in die Breite gehen?

Vom ersten Jahr an nach einer Sanierung erwirtschaftet er mit seinem Gesamtpaket aus energetischer Sanierung und effizienter Energieversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung Überschüsse, mit denen die Rücklagen aufgebessert werden. Und das ohne Sonderumlagen. Bereits nach 10 Jahren sind die Maßnahmen in der Regel amortisiert. Dabei nimmt sich der bodenständige Familienunternehmer und Handwerksmeister nicht gerade die einfachsten Objekte vor. Im Gegenteil: stark vernachlässigte Wohngebäude aus den 60er/70er Jahren, die nie saniert wurden und bei denen keine Instandhaltungsrücklage existiert, hätten ihre Eigentümer in den Ruin getrieben, wären sie in diesem Zustand veräußert worden. Norbert Hauka fand für solche Häuser das richtige Verhältnis aus Gebäudesanierung und Heizungssanierung. Mit seinen Schwerpunkten: Behebung von Wärmebrücken, Dämmung der Gebäudehülle, Sanierung des Heizungssystems mit hydraulischem Abgleich sowie dem Einbau einer stromerzeugenden Heizung (Block-Heiz-Kraftwerk, BHKW) legt er die Grundlage für die Wertsteigerung des Gebäudes und Wertschöpfung in der Region. Dass durch die Nutzung des Stroms durch die Bewohner als Eigenstrom zusätzlich steuerliche Vorteile für die Eigentümergemeinschaft und Einsparungen bei den Abgaben erreicht werden, ist eine der vielen Feinheiten, auf die es ankommt. Wenn dann noch durch den hohen angestrebten Gebäudeenergie-Standard die staatlichen Förderungen ausgereizt werden können, steht einer mieterfreundlichen und wirtschaftlich vorteilhaften energetischen Sanierung nichts mehr im Wege.

Die richtige Botschaft im richtigen Moment

Durch die energetische Sanierung werden der Verfall der Gebäude gestoppt und in Zukunft Instandhaltungskosten eingespart, gleichzeitig steigt der Komfort der Bewohner. Darüberhinaus werden nicht nur Heizkosten reduziert, sondern durch die Kraft-Wärme-Kopplung, also die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in einem BHKW, sogar Stromkosten eingespart. Und als i-Tüpfelchen gibt es sogar einen Gewinn für die Eigentümer, da der Strom, der nicht im Haus verbraucht werden kann, an den Netzbetreiber veräußert wird. Der Gewinn hieraus fließt direkt in die Instandhaltungsrücklage des Gebäudes. Der Nutzen ist damit auf allen Seiten: Bei den Bewohnern, den Eigentümern und der Verwaltung, die für die Organisation eine Vergütung erhält oder verwaltungsfremde Tätigkeiten im Rahmen der Stromversorgung an Dienstleister abgibt.

Das Team von Kraftwerk Wiehre ist überzeugt, dass dem Sanierungsstau endlich ein Ende gesetzt werden kann, wenn Hausverwalter und Immobilienbesitzer diese Chancen erkennen und ergreifen. „Gebäudedämmung und BHKWs stehen nicht in Konkurrenz - wie oft behauptet wird. Im Gegenteil können mit Hilfe von BHKWs Fördermittel maximiert und Emissionen minimiert werden!“ so Christian Neumann von der Energieagentur Regio Freiburg und Projektleiter im städtischen Förderprogramm Kraftwerk Wiehre.
Bis Ende des Jahres bietet das Umweltschutzamt Freiburg mit diesem Programm noch den kostenlosen Check für die BHKW-Eignung von Gebäuden an. Auch Energieversorgungskonzepte und Modellprojekte können noch bis zum 31.12.2014 beantragt werden.
Informieren Sie sich über das Förderprogramm: 0761 7671644 oder nehmen Sie an einer BHKW-Führung teil mit ECOtrinova e.V., Dr. Georg Löser: ecotrinova@web.de
Mehr
 

 
Tier- und Naturschützer wollen Exoten-Boom stoppen
Verbände drängen auf strengere Regeln für Wildtierhaltung

Tier- und Naturschutzverbände fordern die Bundesregierung auf, die Privathaltung von Wildtieren strenger zu regeln, so wie es im Koalitionsvertrag angekündigt wurde. Deutschland ist Europas Drehscheibe für den Handel mit exotischen Tieren wie Schlangen und Echsen. Dies zeigt sich auch am kommenden Samstag, wenn in Hamm/Nordrhein-Westfalen die weltgrößte Reptilienbörse stattfindet, wo Wildtiere zu Tausenden verramscht werden.

Ein Krokodil, ein Äffchen oder eine Giftschlange: Möglichst außergewöhnlich soll ein Haustier heute sein. Doch was das Ego des Besitzers schmückt, bedeutet für viele Wildtiere in Gefangenschaft ein langes Leid und eine Bedrohung für die Wildbestände mancher Arten in den Herkunftsländern. Viele Arten sind für die Heimtierhaltung nicht geeignet. Weil der Exoten-Boom in Deutschland immer mehr Probleme mit sich bringt, einigte sich die schwarz-rote Bundesregierung vor mehr als einem Jahr darauf, die Haltung und den Handel mit exotischen Tieren einheitlich zu regeln. Importe von Wildfängen in die EU sollen ebenso verboten werden wie gewerbliche Wildtierbörsen in Deutschland.

Tier- und Naturschützer begrüßen diese Pläne. „Doch es hapert an der Umsetzung“, berichtet Per Fiesel, Präsident des Landestierschutzverbandes NRW. „Nach über einem Jahr ist immer noch nichts passiert. Weiterhin werden Arten verkauft, die gefährlich sind, als Heimtier völlig ungeeignet oder aus freier Wildbahn stammen. Flughunde, Krokodile, Chamäleons - das Artenspektrum ist unglaublich“.

Vorbild Belgien und Niederlande

Die Tier- und Naturschutzverbände empfehlen, dem Modell Belgiens und der Niederlande zu folgen. Dort regelt eine Positivliste, dass nur die Arten gehalten werden dürfen, die als Heimtiere wirklich geeignet sind. Erlaubt sind nur Tierarten, die ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden können und weder eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier, noch für die heimische Natur darstellen. „Gerade Wildtiere haben besonders hohe Haltungsansprüche, die in Privathand schwer zu erfüllen sind“, sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife. Terrarien, Zubehör und Strom kosten viel Geld. Allzu oft werden die Halter dieser Tiere schnell überdrüssig: Immer öfter landen exotische Tiere in der freien Natur oder in Tierheimen, die jedoch mit der Pflege oft überfordert sind.

Wildfänge: Aus der Natur ins Terrarium

Für den Exoten-Boom in Europa werden Tierbestände in Asien, Afrika und Lateinamerika geplündert. Händler verkaufen in Deutschland unzählige wild gefangene Reptilien, Amphibien, Fische und Säugetiere an Privatleute – sogar bedrohte oder gefährliche Arten und teilweise illegal. „Den Reibach machen einige wenige Händler – auf Kosten der Natur“, kritisiert Laura Zodrow von Animal Public.

„Hierzulande ist es streng verboten, ein Tier aus der Wildnis einzufangen, um es in einen Käfig oder ein Terrarium zu setzen - ob das Tier bedroht ist oder nicht. Wir müssen verhindern, dass Wildbestände außerhalb der EU für den hiesigen Markt geplündert werden“, so Friederike Scholz vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Als wichtiger Absatzmarkt steht Deutschland hier besonders in der Verantwortung.“

Das Terrarium als Arche Noah?

Halter exotischer Tiere argumentieren oft, sie würden mit ihrem Hobby einen Beitrag zum Artenschutz leisten. Naturschützer widersprechen: „Es nützt dem Artenschutz nicht, wenn bedrohte Arten hier in Deutschland in privaten Käfigen und Terrarien gezüchtet werden. Sie müssen in ihren Herkunftsländern geschützt werden“, sagt Tom Kirschey vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). „Freigekommene oder ausgesetzte exotische Heimtiere können zudem eine Gefahr für heimische Arten werden“.

Die Deutschen wollen keine Wildtierimporte

Eine Umfrage der GfK im Auftrag von PETA zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen den Wildtierhandel einschränken will: 95,5 Prozent sind für ein Einfuhrverbot von exotischen Tieren, die in der Natur gefangen wurden. 89,1 Prozent sprechen sich für ein Verbot von gewerblichen Wildtierbörsen aus, auf denen zum Beispiel Reptilien gehandelt werden.


Zehn deutsche Tier- und Naturschutzverbände hatten bereits im März diesen Jahres in einem gemeinsamen Positionspapier an die Bundesregierung appelliert, den Koalitionsvertrag zügig umzusetzen: Animal Public, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bund gegen den Missbrauch der Tiere, Deutscher Tierschutzbund, Menschen für Tierrechte, Naturschutzbund Deutschland (NABU), People for the Ethical Treatment of Animals (PETA), Pro Wildlife, The Eurogroup against Birdcrime und Vier Pfoten.
 
 

 
NABU: Länder müssen mit klaren Klima-Hausaufgaben nach Hause fahren
Tschimpke: Jetzt ist Kompromissbereitschaft von allen Staaten gefordert

Lima – NABU-Präsident Olaf Tschimpke zu den Zwischenergebnissen der UN-Klimakonferenz in Lima: „Eine positive Meldung aus Lima gibt es bereits: Für den Green Climate Fund sind zehn Milliarden Dollar zusammengekommen. Das ist aus unserer Sicht besonders positiv, weil auch die sogenannten Entwicklungsländer in den Fonds eingezahlt haben. Möglicherweise ist dies ein Fingerzeig, dass endlich die unsinnige Unterscheidung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufhört. Denn für das Klima ist es letztlich unwichtig, wer die Sünden begeht. Wichtig ist, dass jedes Land nach seinen Möglichkeiten zum Klimaschutz beiträgt.“

Mit Blick auf den möglichen Ausgang der Verhandlungen fordert der NABU-Präsident: „Jetzt, in der finalen Verhandlungsphase, müssen alle Länder bereit sein, Kompromisse einzugehen. Nur so kann der Weg geebnet werden für das Klimaabkommen in Paris im kommenden Jahr. Hier in Lima wird es wohl auf ein sehr knapp gefasstes Abkommen hinauslaufen, wesentliche Bestandteile werden erst später im Anhang nachgeliefert. Entscheidend ist es daher, dass alle Länder mit klaren Hausaufgaben nach Hause fahren: Dass jedes Land weiß, wie es bis Mai 2015 seine eigenen Ziele transparent festlegt, und dass diese am Ende auch fair und vergleichbar sind.“
Mehr
 




Seite 1 2 3 4 5 


El Baladi
 
Citybed
 
Solarsiedlung
 
ecotrinova
 
Nabu

Stadtplan Freiburg

Ein interaktiver Stadtplan der Stadt Freiburg. Hier können Sie sich über die Standorte der Adressen informieren, die sich auf unserer Website befinden. Schauen Sie einfach nach...
stadtplan.freiburg.de
 




Copyright 2010 - 2014 Benjamin Jäger